Wie man einen Kleiderschrank einräumt

Genau, super Thema, kann doch jeder, oder? Grundsätzlich ja – Schrank einräumen hat jeder schon gemacht. Aber: kommt aus dem eingeräumten Kleiderschrank auch alles so wieder heraus, wie es gebraucht wird? Ermöglicht es der fertig eingeräumte Schrank sich schnell, bequem und dem eigenen Stil entsprechend anzuziehen, ohne großartig darüber nachzudenken? Wenn nicht: eventuell falsch eingeräumt.

Wie ich zu diesem Schluss komme? Wenn in einem Schrank nur Dinge sind, die man (ich, Du, …) mag und die zu einem (mir, Dir, …) passen, und man trotzdem das Gefühl hat, mehr daraus machen zu können, fehlt vielleicht die richtige Zusammenstellung und damit der Überblick – man findet die Dinge nicht in der richtigen Reihenfolge, nicht dann, wenn man sie braucht. Das kann dann am falschen Konzept bei der Schrankgestaltung liegen – oder noch fataler: überhaupt keinem Konzept.

Und wie findet man jetzt das richtige Konzept? “Richtig” ist hier ohnehin immer nur relativ zu betrachten – als “richtig für mich, für jetzt, für meinen (derzeitigen) Lebensstil” – und kann sich daher von Zeit zu Zeit ändern. Da ist es hilfreich, sich grundsätzlich Gedanken zu machen, wie man sich derzeit normalerweise und jeden Tag kleidet:

  1. Trägst Du hauptsächlich immer die selben Stücke? Bist Du der Typ für eine sogenannte “Capsule Wardrobe”?
  2. Lebt Dein Look hauptsächlich von Accessoires? Trägst Du Basics, die Du mit allerlei schickem Schnickschnack, wie Schuhen, Schmuck, Taschen, Schals, etc. ständig anders aussehen läßt?
  3. Lebt Dein Look in erster Linie von einer bestimmte Farbe (oder Nichtfarbe – meistens ist die Farbe der Wahl ja schwarz, weil immer verfügbar)
  4. Trägst Du zwar veschiedene Farben, aber gerne monochrome Outfits?

Das sind jetz nur vier Beispiele, wie ein persönlicher Look aussehen kann – die Variationen sind hier natürlich endlos – aber jedes dieser Konzepte kann durch ein dazu passendes “Schrankeinräumkonzept” optimiert werden. Sprich: einfacher überschaubar und anwendbar sein.

Am einfachsten zu handeln ist wahrscheinlich das erste dieser vier Beispielkonzepte, Typ 1 “Capsule Wardrobe”:

  • Durch die limitierte Anzahl der tatsächlich getragenen Kleider und Accessoires bleibt der Schrankinhalt überschaubar, wenig, aber ausgesucht und dadurch übersichtlich.
  • Hier funktioniert das klassische Prinzip, die Kleider nach Typ zu ordnen am besten, weil in einer Capsule Wardrobe meistens alles zueinander passt – also alle Hosen zusammen, danach aller Röcke, alle Blazer, alle Kleider, alle Oberteile, etc.
  • Eine weitere Unterteilung kann hier evtl. noch in Sommer- und Wintergarderobe erfolgen.
  • am wichtigsten ist hier: regelmäßiges Aussortieren der Kleidungsstücke, die nicht mehr getragen werden – sie nehmen nur wertvollen Platz im Schrank weg.
  • Accessoires und Schuhe sind bei einer klassischen Capsule Wardrobe ebenso auf wenige Lieblingsstücke reduziert und daher genau so einfache und übersichtlich unterzubringen. Sie passen meistens auch zu jedem Outfit und können nach Lust und Laune kombiniert werden.
  • Der Platzbedarf ist hier am geringsten, Übersicht zu schaffen nicht schwer.

Ein bisschen komplizierter wird es schon beim Typ 2 “Basics, die mit verschiedensten Accessoires variiert werden”:

  • Die Kleider gleichen wahrscheinlich zu weiten Teilen denen des 1. Typs. Du hast Lieblingsstücke, die Du immer wieder trägst – sie sind allerdings sehr einfacher, zeitloser Natur und nicht modeabhängig. Basics halt.
  • Die Kleider im Schrank können daher genauso nach Typ ordnen (Hosen, Röcke, Blazer, Kleider, Oberteile, …).
  • Eine weitere Unterteilung gibt es gegebenenfalls auch hier nach Sommer- und Wintergarderobe.
  • regelmäßiges Aussortieren nicht mehr getragener Stücke vereinfacht die Auswahl.
  • Spannend wird es bei den Accessoires – das ist hier das wichtige Ding, das macht Freude, das macht Spass. Hier wird gesammelt, gehortet, weggeräumt und wieder hervorgeholt, umgestaltet, anders getragen – hier ist passende Aufbewahrung und entsprechende Logistik notwendig, um schnell das gewünschte/gesuchte zu finden.
  • Dieser Look erfordert auch entsprechen viel Platz. Ideal wäre die Einrichtung einer Art Fundus, wo regelmäßig umgeräumt, Nachschub einsortiert, editiert, und derzeit nicht Gebrauchtes weggeräumt werden kann. Übersichtliche Displays und offene Vitrinen sind hilfreich, um die heißgeliebten Accessoires nach Typ, Farbe, Größe und Jahreszeit zu ordnen.
  • Wenn (so wie bei mir) viel zu wenig Platz für so was vorhanden ist: hier heißt es kreativ werden – dazu wird es ein eigenes Posting geben. Taschen können Wandschmuck sein, Schmuck kann als Deko dienen, etc.
  • Wichtig ist es, eine Methode zu finden, wie man den Überblick behält. Man trägt ja alles einmal wieder, auch wenn es ein paar Jahre dauern kann, und trennt sich daher ungern von alten Stücken.

Der 3. Typ ist der “Einfarbentyp”. Ob nun Schwarz oder eine andere (Nicht-)Farbe hier die Farbe der Wahl ist, ist für das Schrankeinräumkonzept nebensächlich.

  • hier kann es nützlich sein, statt die Kleidungsstücke nach Typ zusammen zu hängen, sie nach fertig zusammengestellen Looks/Outfits zu ornden. Vor allem, wenn sehr viel vorhanden ist.
  • Das kann sogar so weit gehen, dass auch Accessoires, Schuhe, Taschen, Schals, Schmuck, einem bestimmten Set zugeordnet werden.
  • Klingt ein bisschen unfelxibel, ist es zugegebenermaßen auch, steigert aber die Geschwindigkeit beim morgendlichen Anziehen praktisch ins Umermeßliche.
  • Ein Lösungsvorschlag für diese verlorene Flexibilität kann es sein, die Looks regelmäßig durchzugehen und zu verändern – wenn ein neues Stück dazukommt, wenn die Jahreszeit wechselt, wenn es gerade Freude macht.

Damit kommen wir zum 4. und letzten Beispieltyp, “Mehrere Farben aber monochrome Looks”:

  • Hier ist es am einfachsten, nicht nach Typ der Kleidungsstücke sondern nach Farbe zu sortieren. Nach Typ der Stücke kann innerhalb der Farbe als Unterkategorie verwendet werden, genauso wie die Unterscheidung Sommer/Winter, aber auch das ist nicht unbedingt notwendig.
  • Weiters kann es ganz brauchbar sein, die Farben “übergängig” zu sehen -also ähnlich wie in einem Regenbogen, passende Farben nebeneinander: z.B. schwarz – grau – blau – violett – rot – orange – gelb -weiß (und eben nicht schwarz – orange – violett – gelb – blau – weiß – grau – rot)
  • Auch die Accessoires können nach Farbe sortiert und in Farbgruppen aufbewahrt werden. Ob sie dann monochrom abgestimmt oder als Akzentfarbe verwendet werden kann sich ja ändern, aber sie passen farblich immer zusammen.
  • Wie bei fast allem rate ich auch hier zum regelmäßigen Aussortieren ungetragener Stücke.

Das sind hier nur 4 Vorschläge, wie ein “richtig” eingeräumter Kleiderschrank aussehen kann. Man erkennt sich vielleicht gleich in einem der hier beispielhaft vorgeschlagenen “Typen” wieder, vielleicht auch in allen Vieren ein bisschen, vielleicht ist der persönliche Stil auch ganz anders – die Kunst besteht darin, die Methode zu finden die für Dich selbst und für Deinen ganz persönlichen Stil Ideal ist. Ich selbst z.B. bin der mehrfarbig monochrome Typ mit einem definitiven Hang zu Accessoires. Ich sortiere also hauptsächlich nach Farbe, habe aber daneben eine kleinen Accessoire-Fundus auf verhältnismäßig kleinem Raum.

Probiere es aus, hänge um, sortiere anders, miste aus – es macht Spaß! Und wenn Du selbst nicht weiter weißt, helfe ich gerne!