Die vielseitige Garderobe oder wer bin ich und wenn ja, wie viele

Ich habe (eigentlich k)ein Problem: ich habe einen Job und ein Leben und beides paßt bekleidungstechnisch nicht zusammen. So weit so gut, vor diesen Faktizitäten steht fast jeder, aber: was mach ich jetzt damit? Einerseits bin ich bekennende Garderobenminimalistin, ich will so wenig Klamotten wie möglich im Schrank, um die Übersicht nicht zu verlieren (das trifft leider nicht auf den Schnick Schnack drum herum, aka die lieben Accessoires, zu). Andererseits hab ich manchmal den Eindruck, ich bräuchte in Wirklichkeit zwei Mal den vollen Satz Kleidungsstücke (1 x Job, 1 x Leben, am besten in zwei getrennten Kleiderschränken :-)) ).

Was würde ich dafür geben, wenn bei mir so eine Minigarderobe aus 20-25 Stücken funktionieren würden. Tut sie aber nicht – mehrmals ausprobiert, jedes Mal habe ich nach spätestens einer Woche die, wie in vielen Ratgebern empfohlen, weggepackten Sachen wieder aus ihren Kartons geholt und zurück in den Schrank verfrachtet. Was muss also her? Ein ganz neuer Ansatz: eine minimale Garderobe die keine ist.

Ein Widerspruch in sich? Eh. Aber: ich glaube herausgefunden zu haben, warum der minimalistische Garderobenansatz nach der in den verschiedensten Ratgebern (ob Internet oder Bücher) vorgestellten Methode bei mir nicht funktioniert: weil er meinem Stilempfinden nicht entspricht. Die klassische minimalistische Garderobe aus neutralen, einfarbigen Basics langweilt mich  schon nach kürzester Zeit so furchtbar, dass mich nicht einmal meine geliebten Accessoires retten können. Und woran liegt das? Das bin ich einfach nicht. Ich komm mir komisch verkleidet vor, einfach nicht ich als ich. Und was soll schon ein persönlicher Stil sein, wenn er nicht das eigene Empfinden / Wohlgefühl widerspiegelt.

Den eigenen Stil in Worte fassen? Schwierig. Ich habe mit Bildern begonnen. Zum Glück gibt es das WWW und dort gibt es Plattformen, wo sich Vision Boards zusammenstellen lassen. (ich benutze z.B. www.pinterest.com ; www.polyvore.com ist auch eine Möglichkeit. Man muss sich allerdings bei beiden anmelden.) Dort fängt man an zu suchen und zu sammeln. Ganz streng. Nur Ding, die zu 100% gefallen, ab besten 110%, dürfen in die Kollektion. Danach geht man das Ganze noch einmal durch. Wieder ganz streng. Gegebenfalls werden bei diesem zweiten Durchgang noch Bilder entfernt oder ausgetauscht. Dass kann man

  1. so lange wiederholen, bis man zufrieden ist – kein wenn und aber – und
  2. kann man das von Zeit zu Zeit wiederholen, um festzustellen, ob es so noch paßt, oder ob sich Veränderungen ergeben, die in Zukunft berücksichtigt werden müssen.

Das war der einfache Teil.

Jetzt wird es interessant – das ganze wird nun analysiert: Was siehst Du? Welcher Stil? Welche Farben? Welche Stücke? Was wiederholt sich immer wieder, auf (fast) allen Bildern? Kannst Du es in drei Worten zusammenfassen (ich habe einen Hang zu Trinitäten, ich gebe es zu)? Nach langem Überlegen und mehrfachem Verwerfen von Drei-Wort-Kombinationen bin ich mir zumindest derzeit sicher: meine 3 Wörter sind

drapiert – asymetrisch – monochrom

 Die Bilder, die ich auf meinem Vision-Board gesammelt habe, zeigen oft drapierte Ausschnitte oder drapierte Taillen, asymetrische (und manchmal gleichzeitig auch drapierte) Ausschnitte, oder Stücke mit z.B. nur einem Ärmel. Außerdem sind die Gesamtlooks oft in einer Farbe oder Ton in Ton gehalten, also weitestgehend monochrom. Also, warum waren die klassischen Basics gefühlt wohl so gar nicht mein Ding? Meine Basics sind einfach andere. Finde Deine Basics und finde damit Deinen persönlichen Garderobenansatz!

Meine minimalistiasche Garderobe muss sich aus Stücken zusammensetzen, die

  1. mindestens zweien meiner drei Stilwörter entsprechen und
  2. vielseitig einsetzbar sind, sprich: die meisten sollten sowohl beruflich und privat tragbar sein.

Denn wie bereits am Anfang erwähnt: ich erlaube mir neben meinem Job ein Leben zu haben.